Deutsches Erdölmuseum Wietze

Erdöl ist eines der Themen in unserem Chemieunterricht der Klassenstufe 10. Im Dezember 2005 besuchten wir erstmalig das Deutsche Erdölmuseum in Wietze (Nun ist der Besuch fester Bestandteil des Chemieunterrichtes in den 10. Klassen). Es war ein sehr lohnenswerter Besuch: Die Führung und die zusätzlich gebuchten Versuche zur Erdölchemie waren umfassend und informativ.

Im Hauptgebäude wird rund ums Erdöl informiert: Enstehung, Suche, Bohrung, Förderung, Nutzung, jährlicher Verbrauch. Um dem interessierten Besucher einen Einblick in die Technik der Förderung zu geben, stehen dem Betrachter neben ausführlichem Anschauungsmaterial (z.B. Bohrkerne, Fraktionen des Erdöls, Bohrköpfe u.a.) auch anschauliche und funktionstüchtige Modelle zur Verfügung. Die Führung durch die Experten vor Ort lohnt sich allemal!

Das Öl in Wietze liegt knapp unter der Grasnarbe. Schon in vorindustrieller Zeit war bekannt, dass die Wunden von Haus- und Nutztieren schneller heilten, wenn sie mit der “schwarzen Paste” von den Wiesen bestrichen wurden! Selbst die Könige aus Hannover schworen auf das Heilmittel aus Wietze.

Auch mir war neu, dass in Deutschland Erdöl per Bergbau gefördert wurde! Bis in die 1920er Jahre konnte man sich mit 13 als Lehrling für die Arbeit bewerben.

Das Museum wird nur durch die Arbeit von Ehrenamtlichen aufrecht erhalten.

Bitte unterstützen Sie das Deutsche Erdölmuseum
durch Ihren Besuch.
Es lohnt sich!!!!

links:
Die ehemalige Grube in Wietze.

rechts:
Ein spezieller Schutzanzug für Arbeiten an Dampfrohrleitunge n im Schacht in den 50er/60er Jahren.

Die Ölförderung in Wietze begann 1652, früher noch als im bekannten Texas! Die industrielle Förderung begann 1899, der Bergbau 1920.

Auf dem Außengelände lassen sich im Original beeindruckende Fördertürme, Maschinen und Pumpen bestaunen!

Moderne Technik und herkömmliches Gestein:
 

links:
neuer und abgenutzer Bohrkopf.

rechts:
härteste Gesteinsschichten werden mit Bohrköpfen aus Diamanten bearbeitet.

oben: eine Auswahl an Bohrköpfen.  rechts: Modell einer Anlage für Probebohrungen.

Früher konnte das Erdöl nur mit geradem, nach unten führendem Gestänge gefördert werden. Doch modernste Technik erlaubt heute Bohrungen horizontal in der Erde ebenso wie Gestänge mit mehreren abzweigenden Bohrmöglichkeiten. Unser Begleiter in Wietze erzählte, dass heutzutage mehrere Kilometer weit parallel zur Erdoberfläche hin zu einer ölführenden Schicht gebohrt werden könne!!

unten links: Bohrkerne aus unterschiedlichen Gesteinsschichten            rechts: verschiedene Erdölfraktionen

Eine Tafel im Hauptgebäude das Museums zeigt uns sehr anschaulich den  heutigen Prokopfverbrauch eines Bundesbürgers: es sind 1400 Liter Rohöl und entsprechen den links aufgetürmten 7 Fässern!

Zum Vergleich: Im Jahre 1924 verbrauchte jeder Bürger durchschnittlich lediglich 15 Liter Öl ...

Allein für den Bau eines PC´s werden 4 Liter Öl verbraucht. Das hat uns schwer beeindruckt.

Die überaus anschaulichen Versuche durften zum Teil auch von den Schülerinnen und Schülern durchgeführt werden. Dies bereitete ihnen sichtlich Freude.