Auswandererhaus

Am Dienstagnachmittag besichtigten wir das “Deutsche Auswandererhaus”. Alleine dieses Museum ist eine Reise nach Bremerhaven wert!

2007 wurde es mit dem begehrten “European Museum of the Year Award” als bestes Museum Europas ausgezeichnet.

Auf eindrucksvolle Weise wird dem Besucher nahegebracht, unter welchen Bedingungen 7,2 Millionen Menschen zwischen 1830 und 1974 von Bremerhaven aus in die USA, nach Südamerika und Australien auswanderten. In dieser Zeit war Bremerhaven der größte Auswandererhafen des europäischen Festlandes.

Aber auch die 300jährige Geschichte der Einwanderung nach Deutschland erlebt man hautnah mit: Von den Hugenotten, über Ruhrpolen und Gastarbeiter bis hin zu syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen.

Visuell und auditiv begleitet der Gast zwei Personen auf ihrer Reise. Deren Portraits sind in dem sogenannten “Boardingpass”, der elektronischen Eintrittskarte, der die Besucher auf ihrem Weg durchs Museum begleitet, abgedruckt. Sie unterscheiden sich von Boardingpass zu Boardingpass, insgesamt können 34 Lebensgeschichten verfolgt werden.

Über eine beigefügte Chipkarte kann man den Lebensweg dieser Person - jeweils eines Ein- und eines Auswanderers - an vielen Stationen des Museums multimedial nachvollziehen. Meine Person war Richard Morgner. Er hatte großes Glück und schaffte es tatsächlich vom einfachen Schweißer zum Millionär”.
Viele andere Schicksale endeten tragisch.

Wir erfahren mehr über die Beweggründe der Menschen, warum sie ihre Heimat verließen, ihre Träume, Wünsche und Hoffnungen. Aber auch die unsäglichen Bedingungen in den Zwischendecks der Segelschiffe, mit denen sich die Auswanderer in den 1840ern auf den Weg machten, kann man durch Bild, Ton und teilweise Gerüche (fast) gut vorstellbar miterleben.

Im Gegensatz zu der Überfahrt auf dem Segelschiff “Bremen” Mitte des 19. Jahrhunderts, ließ sich 1923 an Bord des Oceanliners “Columbus” der Atlantik richtig luxuriös überqueren. Schon die Speisekarte zeigt deutliche Unterschiede. Wo es an Bord der Segelschiffe meist nur einfache Speisen wie Suppe gab, konnte man auf den großen Passagierschiffen aus einer umfangreichen Speisenfolge wählen.

Ankunft im gelobten Land: Ausharren auf Ellis Island, um den zuständigen Einwanderungsbeamten in kürzester Zeit an die 30 Fragen zur Person richtig zu beantworten. Erst dann durfte man z.B. zur Grand Central Station weiter reisen. Manch einer schaffte es und konnte seinen Traum Wirklichkeit werden lassen.

Auch 264.000 Juden flohen nach Verkündung der Rassegesetzte aus Deutschland, um der Verfolgung und dem Holocaust zu entkommen.

 Mitte, rechts: Einwanderungsland Deutschland